Im Zeichen der Wölfin

veleda - Im Zeichen der Wölfin

Schon mal etwas von Veleda gehört? Falls die Antwort nein ist, dann geht es dir so wie mir. Als ich dieses mit 12,90 DM ausgezeichnetes Buch von Franjo Terhart entdeckt habe, habe ich noch nie etwas von dieser historischen Figur gehört. Auch wenn das Buch 1998 erstmals veröffentlicht wurde und im Verlag dtv junior erschien, kann man es noch immer mit dem Titel „Veleda – Seherin der Germanen“ kaufen.

Die Geschichte: 

Veleda ist im I. Jh. n. Chr., in einem kleinen Dorf an der Lippe, im alten Germanien geboren. Alle Zeichen deuten darauf hin, dass Veleda eine große und einzigartige Zukunft bevorsteht, denn sie soll eine Seherin werden. Seherinnen waren in jedem Germanischen Stamm wichtig und hochgeschätzt. Ihr Leben setzt aber auch voraus, dass sie niemals heiraten und Kinder bekommen dürfen. Bei Veleda ging man sogar soweit, sie komplett von den Menschen abzuschotten. Daher wurde ihr, für ein germanisches Volk sehr untypisch, ein Haus in Form eines hohen Turms gebaut. Als sie erwachsen wird und sich ihre Gabe vollends entwickelt hat, lebt sie alleine, dient den Bewohnern und sagt etwas voraus, für dass sie immer in den Geschichtsbüchern bleiben wird.

Mich hatte diese Geschichte schon in den ersten Seiten in ihren Bann gezogen. Denn es geht nicht nur um Veleda, es geht um die Germanen und wie sie lebten, welche Bräuche sie hatten, der Kampf mit dem Römer und wie er ausgeht. Sogar die Geschichte von Pompeji findet Platz. Doch auch Veleda als Mensch, wird sehr lebendig erzählt. Ich habe mich oft gefragt, wieso diese Figur nicht mehr Aufmerksamkeit in der Literatur erhält und wieso in den heutigen Jugendbüchern nicht häufiger historisches eingewoben wird. Wie man es an dieser Figur und Geschichte sieht, gibt es so viel Potenzial nicht nur gut unterhalten zu werden, sondern auch Lust auf Geschichte zu wecken.

Ich möchte zwar nicht behaupten, dass ich besonders belesen in den heutigen Jugendbüchern bin, doch kommt es mir so vor, als wiederholen sich viele Bausteine. Dabei bekommt eine Geschichte eine ganz andere Ebene, wenn man es mit dem Gedanken verbinden kann, dass diese Figur tatsächlich gelebt hat. Gerade weil man nicht alles, oder vieles über diese Figuren weiß, lässt es sehr viel Platz für Fantasie.

Nach beenden des Buches, hat man so viele Möglichkeiten sich in geschichtliche Themen einzulesen, nicht weil man es muss, sondern weil es die Neugier weckt. Von germanischen Stämmen, bis hin nach Rom, Pompeji, der germanischen/nordischen Götter und Sagen. Daher mein Appell an alle Jugendbuchautoren: Wagt euch an solche Geschichten. Ich bin mir sicher, dass nicht nur das Lesen, sondern auch dass wieder einhauchen von Leben vergessener Figuren Spaß macht. Es muss nicht immer nur Thor und Odin sein, auch eine Veleda erzählt eine unglaublich spannende Geschichte.

Falls mir jemand ein Tipp geben könnte, von Jugendbüchern die diese Art von Geschichten erzählen, dann bitte schreibt mir eure Tipps, entweder in den Kommentaren, oder auch gerne per Email.

Und nun zum Fazit:

Ein lehrreiches Jugendbuch, nicht nur über die historische Seherin Veleda, sondern eine Erzählung als Zeitzeugnis. Es sollten viel mehr Jugendbücher geschrieben werden, die nicht nur unterhalten, sondern auch die Neugier auf Geschichte wecken. Wenn man am Ende des Buches sich intensiver mit Ereignissen aus der Geschichte befassen will, dann weckt es die Lust auf das Lesen, nicht nur beim jungen Publikum. Kurzum: Großartig, und noch immer erhältlich.

 

Veleda

Hier der Link zur Verlagsseite.

 

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s