Der Klavierspieler vom Gare du Nord

Der Klavierspieler von Gare du Nord

Wer schon einmal den Film „Ziemlich beste Freunde“ gesehen und die Dynamik der Freundschaft der beiden Protagonisten geliebt hat, wird diese Triebkraft auch in diesem Buch mögen. Die musikalische Untermauerung des Films, hat diese Geschichte unsterblich gemacht und auch in diesem Buch spielt die Musik eine maßgebliche Rolle.

Mathieu ist ein junger Mensch ohne viele Perspektiven. Aufgewachsenen ohne Vater und ohne Zukunft, in einer Gegend von Paris, die nicht vielen die Möglichkeit auf eine vielversprechende Zukunft bietet. Ein Zufall erlaubt es, dass Pierre – Leiter des Konservatoriums in Paris, Mathieu im Bahnhof Klavier spielen hört, traut er seinen Ohren kaum. Schon lange hat er niemanden mehr so leidenschaftlich spielen gehört. Pierre befindet sich in seinem Leben ebenfalls auf einem absteigenden Ast, aber anders als Mathieu. Das Zusammentreffen wird für beide Menschen eine neue Chance bedeuten.

Im Kapitel Wechsel erfahren wir über dass Leben beider Protagonisten und in welcher festgefahrenen Situation sie sich befinden. Die Musik ist es die es schafft, zwei Menschen aus unterschiedlichen Gesellschaftsschichten zusammen zu bringen, beiden neue Hoffnung zu geben, ein Ziel zu geben und jemanden an dem man sich festhalten kann. Der Schreibstil im Wechsel ist sehr gelungen, man kann sofort erkennen wer gerade dran ist. Mathieus Sichtweise hat einen gewissen Gossenslang, aber nicht all zu überspitzt. Es ist eher eine Sprache der Jugend, außerdem ist dieser Part sehr humorvoll und konnte mir häufig ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern. Durchweg ist es eine sehr einfache und zugängliche Sprache.  Zum letzten Drittel wird es dann sehr vorhersehbar und was als plot twist gedacht war, sehr überholt. Und zwar so überholt, dass ich diese Art von fortführender Handlung schon VIEL zu oft in Büchern, Filmen, oder Serien gesehen habe.

Trotzdem war es eine sehr lohnenswerte Geschichte. Ich habe die Lektüre häufig mit den Musikstücken aus dem Buch begleiten lassen, dadurch konnte ich eine einträchtige Leseatmosphäre erzeugen. Autoren die Musik mit Literatur verbinden und die Leidenschaft des Musikers und des Spiels auf dem Klavier so hautnah schreiben können, dass du die Finger des Protagonisten über die Klaviertasten gleiten siehst, haben ihr Tun verstanden.

Mein Fazit: 

Zwei Menschen, zwei Leben, zwei Wege, zwei Gesellschaftsschichten. Über arm und reich, fehl am Platz und Vorueteile. Darüber wie es war, als man das Leben mit Humor nahm und über die Musik und Leidenschaft. Dies alles zwischen zwei Buchdeckeln, mit einem sehr zugänglichen Schreibstil. Das Buch wäre perfekt, hätte der Autor den überholten Geschichtsverlauf im letzten Drittel, dass alles vorhersehbar machte, anders gewählt.

 

gare du nord

 

Zur Verlagsseite und die Möglichkeit zum reinblättern. Hier.

 

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