Rezension – Unvollkommene Verbindlichkeiten

Unvollkommene Verbindlichkeiten von Lena Andersson
©Wortfiebern

Unvollkommene Verbindlichkeiten von Lena Andersson

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Inhalt : 

Ester ist  37 Jahre alt und hat bereits mehrere Lyrik Bände und zwei philosophische Untersuchungen veröffentlicht. Daraufhin schrieb sie ihr erstes Theaterstück, das sich mit psychologischen Realismus befasst. Bei der Probe lernte sie Olof kennen, denn er ist einer der mitwirkenden Schauspieler.  Ester verliebt sich sofort in den verheirateten Olof.

Das Theaterstück heißt übrigens „Dreisamkeit“ und handelt von einer unglücklichen Ehe. In dieser Ehe fühlt sich der Mann eingesperrt, bis er eine andere Frau kennen lernt, aber es nicht über sich bringt, seine Frau zu verlassen.

Auch Olof und Ester beginnen eine Affäre. Auch Olof bringt es einfach nicht über sich, seine Frau zu verlassen. Aber will er das den überhaupt? Ester ist sich sicher: Er will, kann aber nicht.

Meine Meinung : 

Es gibt zu diesem Buch noch einen Vorgänger „Widerrechtliche Inbesitznahme“, auch in diesem Buch spielt Ester die Protagonistin. Ich habe das Buch nicht gelesen, kann aber bestätigen, das man es auch ohne den Vorgänger lesen kann, weil es keinen richtigen Bezug auf ihre Vorgeschichte nimmt. Neue Liebe, neues Glück heißt es wohl.

Aber so viel Glück hat Ester nicht, denn sie verliebt sich über beide Ohren in Olof. Dieser spielt mit ihr jedoch ein Katz und Maus Spiel – glaubt sie zumindest. Denn eigentlich ist Olof doch immer ehrlich zu ihr. Er sagt ihr immer offen, dass er seine Frau nicht verlassen wird. Ester dreht seine Worte, immer wieder in eine Richtung, die ihr besser gefällt. Sie glaubt er ist einfach „noch“ nicht so weit. 

Von da dürfen wie erfahren, wie Ester und Olof sich streiten, trennen und dann doch wieder zueinander finden.  Ich gebe zu, dass es für mich sehr mühselig war, die Ambivalenz beider Parteien zu ertragen. So mühselig dieses Thema, so interessant waren auch viele gedankliche Experimente der Autorin.

Liebesbeziehungen funktionieren nur, wenn die Schranke fallen durfte, wenn man den mentalen und physischen Raum des anderen betritt und verlässt, ohne von sich selbst begrenzt zu sein, wenn man alles teilt, ohne das zu merken, weil die Schranke eben nicht mehr vorhanden ist. Zitat Seite 197

Sie steht dem Thema, in diesem Buch, sehr forschend gegenüber. Nimmt oftmals Bezug auf Literatur und Veröffentlichungen, nicht zuletzt da Ester selbst Autorin ist. Sowas finde ich immer sehr spannend und interessant. Als Beispiel, hat Ester immer wieder zu Bücher gegriffen, die sie in ihrer Meinung unterstützen, anstatt etwas zu lesen, das ihr weiterhelfen könnte sich von Olof zu befreien.

Ester ist eine intelligente Protagonisten und da kommt der widersprüchliche Aspekt, einerseits sollte sie zu schlau, für die Dinge sein, die sie tut. Anderseits, geht sie alles sehr wissenschaftlich an und glaubt, das es genau aus diesem Grund so sein muss und daher richtig oder in Ordnung ist.

Die Autorin hat einen sehr anspruchsvollen Schreibstil, dennoch liest man schnell über die Seiten hinweg. Ich konnte viel aus diesem Buch entnehmen.

Dennoch möchte ich die Länge des Buches kritisieren, es war fast, zu viel hin und her zwischen den Liebenden. Sodass es recht mühselig war, ein weiteres mal zu lesen, wie Ester sich entschließt sich nicht bei Olof zu melden, und es dann letztendlich doch tut. Daher glaube ich, dass ein paar Seiten weniger, dem Buch nicht geschadet hätten.

Fazit: 

Eine Geschichte von der man viel über Beziehungen und Menschen lernen kann. Mit einer sehr anspruchsvollen und intelligenten Sprache. Die vorgeführte Ambivalenz der Figuren, hätte man aber deutlich kürzen können, damit sich das Buch nicht so mühselig,  allein den Plot betreffend liest.

 

Ich vergebe :

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  • Gebundene Ausgabe: 384 Seiten
  • Verlag: Luchterhand Literaturverlag (10. April 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3630875246
  • ISBN-13: 978-3630875248

Weiter Bücher von Lena Andersson: 

Widerrechtliche Inbesitznahme von Lena Andersson

 

 

 

 

3 Kommentare zu „Rezension – Unvollkommene Verbindlichkeiten

  1. Guten Morgen 🙂

    Es klingt auf jeden Fall nach einer interessanten Konstellation, wenn man plötzlich sein eigenes Theaterstück lebt sozusagen. Allerdings hab ich aus deinem angeführten Zitat auch entnommen, dass das Buch für diese Wüstentemperaturen im Moment definitiv zu hoch für mich wäre. Irgendwie kann ich bei 36°C nicht mehr vernünftig denken. Daher hab ich umso größeren Respekt davor, dass du es geschafft hast 🙂
    Eine sehr schöne Rezension jedenfalls.

    Liebe Grüße

    Ivy
    https://licentpoeticae.wordpress.com/

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    1. Hallo Ivy.

      es ist definitiv ein Buch für das man seine ganze Nerven uns Aufmerksamkeit braucht.

      Ich freue mich sehr das du meine Rezension gerne gelesen hast und wünsche dir ein schönes Wochenende, vielleicht kannst du ja die Temperaturen heute irgendwo am Wasser genießen.

      Liebe Grüße

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